Freitag, 2. Oktober 2009

Veränderung

Gerade verändert sich so vieles auf einmal.
Als hätte die Veränderung gesagt: "Jetzt wird es Zeit. Pack' ma's an"
Felix ist vom Baby zum Kleinkind geworden. Das Gehen eröffnet ihm ganz neue Möglichkeiten. Vieles, was vor zwei Monaten nicht denkbar war, ist plötzlich selbstverständlich geworden.

Musik ist Trumpf
Und deshalb nehmen wir seit gestern einmal pro Woche an einer Kinder-Musikstunde teil - ein tolles Geburtstagsgeschenk von OmaLi. Ich war etwas unsicher, ob Felix bei den 2-4jährigen Kindern mithalten kann. Aber: er kann. Es hat ihm einen Riesenspaß gemacht und er hat noch im Auto auf der Heimfahrt den BiBa Butzemann Zipfel mit den Händen auf dem Kopf gemacht. Er hat wie wild mitgetrommelt und gerasselt und wir konnten sogar ein bisschen im Kreis mit den anderen mitlaufen.

Neue Frühförderung
Da unsere Frühförderin nun seit 2 Monaten nicht mehr bei uns war und wir nicht wissen, wann und ob sie wiederkommt, haben wir beschlossen, das zum Anlass zu nehmen, die gesamte Institution zu wechseln. Vorgestern lernten wir die neue Frühförderin von Felix kennen. Diese Institution hat einen ganz anderen Ansatz als die vorherige und Felix wird nun so gefördert, wie man sich das vorstellt, wenn man das Wort Frühförderung hört (was ja bisher nicht der Fall war). Seine neue Frühförderin hat sehr schnell einen Zugang zu Felix gefunden und er scheint sie zu akzeptieren und hat schon ganz toll mitgemacht. Für uns ist es noch ein bisschen ungewohnt, wir denken aber, dass es eine gute Veränderung ist. Wir sind sehr gespannt.

Zukünftiges Kindergartenkind
Wir hatten diese Woche auch einen Termin mit der Kindergartenpsychologin, den man übrigens "absolvieren" muss, wenn man einen Integrationsplatz in einem Kindergarten der Stadt Wien anstrebt. Felix ist bereits seit einenhalb Jahren auf einer Vormerkliste, damit wir überhaupt eine Chance auf so einen Platz für ihn mit 3 Jahren haben. Wobei wir den Kindergarten selbst noch gar nicht gesehen haben, aber vom Hörensagen soll er einer der besten und besonders toll sein. Das Gespräch war o.k. und nach Ostern wissen wir, ob Felix den Platz fix bekommt. Sollte uns in der Zwischenzeit noch etwas anderes unterkommen, bleiben wir aber angesichts dieser Unsicherheit flexibel...

Sanfte Zwischenstufe
Langsam beginnen wir darüber nachzudenken, ob es für Felix gut wäre, vorher schon regelmässig unter andere Kinder zu kommen. Vielleicht in eine Kinderkrippe, zu einer Tagesmutter o.ä. Am liebsten wäre uns ein möglichst sanfter Übergang in den Kindergarten ohne allzu großen Trennungsschmerz (auf beiden Seiten).
Leider war der erste Versuch in diese Richtung nicht ganz so, wie wir uns das gewünscht haben. Auf der DS Tagung gab es eine Kinderbetreuung. Wir waren schon sehr gespannt, wie Felix sich verhalten würde. Am ersten Tag lief es ganz super. Felix ist begeistert in den Raum gegangen, hat zu spielen begonnen und mit den anderen Kindern freudestrahlend Kontakt aufgenommen. Ich bin relativ rasch aus dem Raum gegangen und habe mich draussen so hingesetzt, dass er mich nicht sehen konnte, ich ihn aber schon. Nach 50 Minuten haben wir ihn dann wieder abgeholt. Am Nachmittag haben wir ihn dann auch etwa 1 Stunde allein dort gelassen. Ebenfalls ohne Problem. Zur Essenszeit habe ich ihn dann gefüttert, gewickelt und ihm etwas zu trinken gegeben.
Am nächsten Morgen war er etwas über eine Stunde dort. Als ich wieder nachsehen wollte, wie es ihm geht, finde ich ein schluchzendes Kind, mit einem vom Weinen rot gefleckten Gesicht auf dem Arm einer Betreuerin. Es stellte sich heraus, dass er Hunger hatte, aber sich weder etwas zu trinken noch zu essen geben lassen wollte. Leider hat mich aber niemand angerufen, obwohl ich in etwa einer halben Minute da gewesen wäre...Felix schluchzte noch eine halbe Stunde danach immer wieder auf. So hätte es nicht laufen müssen und aus unserer Sicht auch nicht laufen dürfen. Wir haben etwa drei Tage gebraucht, bis er wieder das Vertrauen hatte, dass wir ihn nicht allein lassen, wenn er uns 30 Sekunden nicht sieht. Er war richtig irritiert, hat bei ungewohnten Geräuschen sofort laut zu weinen begonnen.
Und noch eine kleine Nebenbemerkung, den wir uns nicht verkneifen können: in dieser Kindergruppe waren mindestens vier Kinder mit Riesenrotzglocken, eines davon sogar mit Fieber. Dreimal darf man raten, was Felix 3 Tage später hatte: richtig. Eine riesen Rotzglocke. Soviel von einem Tagungs-Mitbringsel, das wir uns gerne gespart hätten...

1 Kommentar:

amelie hat gesagt…

viel glück bei dem integrations-kita platz. das hört sich ja suoer an, wäre ja toll, wenn das klappen könnte.

und feste tagesmutter oder kita ist echt was anderes als so eine stundenweise betreuung bei einer tagung. einfach weil die kinder sich nicht kennen und die betreuer auch nicht die kinder. da solltet ihr euch nicht abschrecken lassen. aber die tagesmutter muss auch halt richtig toll sein und euer und felix vollstes vertrauen haben. aber weinen, ja, das kann schonmal sein. und die schnupfennasen auch. aber den vielen input von den anderen kindern, all das, was er dort lernen kann, vo den anderen kindern, das ist unwiederbringlich. lola findet es toll und seit sie so viel mit anderen kindern zusammen ist, kommuniziert sie ganz anders, interagiert viel mehr, imitiert total viel.

viel glück bei allen euren entscheidungen und weiter so viel spass dem lustigen musikus!