Montag, 15. Februar 2010

langsame Annäherung

Ein Schritt nach dem anderen...mit den Füßen gelingt ihm das ja schon prächtig - jetzt gibt es aber auch langsam eine deutliche Annäherung zum "richtigen" Essen.

Seit einiger Zeit füttert uns Felix gerne mit allem möglichen Essbaren (Mandarinen, Apfelstücke, Kekse, Schokolade, Wurst...) - alles was man so als "Fingerfood" bezeichnen könnte. Das ist schon ein riesiger Fortschritt zu vorher, wo er all diese Dinge weit von sich geschleudert hat, um nur ja nichts anderes als Breiförmiges in die Nähe des eigenen Mundes zu lassen.
Er beobachtet ganz aufmerksam den Mund des Gefütterten, sagt selbst nickend ein bestätigendes "mmh!" und hat sehr viel Freude dabei. Mittlerweile wird er sogar richtig böse, wenn wir uns mal nicht füttern lassen wollen. Ganz selten, aber doch - lässt er sich dazu überreden selbst von dem, was er uns gibt zu kosten, also kurz abzubeissen oder mit der Zunge darüber zu fahren. Ausgespuckt wird es danach natürlich im Eilzugstempo. Auch den Passierstab, mit dem ich sein Essen pürriere, schleckt er schon sehr gerne ab - vor ein paar Monaten noch undenkbar.

Wir waren kürzlich bei verschiedenen Freunden, die alle eine Puppenküche hatten. Felix war jedes Mal mit Begeisterung und Ausdauer beim Kochen, abwaschen, rühren, Essen, füttern und gefüttert werden (natürlich imaginäres Essen und Plastikteile ;-)) dabei.
ein Stück glänzende Wurst gefällig? Garantiert fettfrei...

ein bisschen nachwürzen schadet aber auch nicht...
man beachte die elegante Handhaltung - da schlägt gerade wieder die überempfindliche Handinnenseite zu ;-)

Vorgestern ist dann ein nächster Schritt passiert: Felix füttert einen Teddybären und eine Puppe. Das ist laut der Ärztin der letzten Entwicklungskontrolle nun der dritte Schritt (1 Schritt: gefüttert werden, 2. Schritt: Eltern und reale Personen füttern, 3. Schritt: Puppen, Bären...füttern). Ob der vierte Schritt selbst essen ist, weiß ich nicht, da muss ich noch mal nachfragen.
Willst Du mal probieren?

mmh! das schmeckt gut, oder?

Wir waren diese Woche auch bei der Ergotherapeutin, da bekam er während der Sitzung Hunger. Die Therapeutin hat sich mit einem kleinen Spiegel Felix gegenüber gesetzt, so dass er sich selbst beim Essen zusehen konnte. Ich habe ihn gefüttert und die Therapeutin hat auffällig geschmatzt, ihre Zunge immer wieder seitlich, nach oben und unten ausserhalb des Mundes platziert.
Felix hat sich scheckig gelacht, alles nachgemacht und wirklich hoch interessiert sein Spiegelbild beim Essen beobachtet. Dass er so viel Spaß daran hat, ist natürlich eine doppelte Freude und wahrscheinlich auch die Voraussetzung für den Erfolg. Wir berichten weiter.

1 Kommentar:

Bettina hat gesagt…

Das hört sich ja super an, dass es Fortschritte beim Essen gibt. Glückwunsch und mach weiter so! Ich kann dir sagen, dass sich da ganz neue Geschmackswelten auftun werden. Ich versprechs!

Grüße von Benjamin