Mittwoch, 24. November 2010

dreiJahrezweiMonate

38 Monate alt. Zeit für einen Überblick:

Die Kindergartenstabilität kehrt langsam wieder zurück. Felix weint nicht mehr, möchte aber die Situation morgens täglich genau besprechen. Ganz wichtig ist ihm ein Überblick, über das, was im Kindergarten auf ihn zukommt. Wir besprechen auf dem Weg dorthin, welche Kinder er treffen wird, was er spielen kann, usw.
Ich sage ihm, dass ich ihn bald wieder abhole, er sagt dann nickend: "Mama ab" oder "Mama bald", ist zufrieden und geht in die Gruppe. So weit so gut.

Die Sprache verbessert sich ständig und Felix ist nach wie vor hoch motiviert und hat Spaß am Sprechen.

In neuen Situationen ist Felix ein guter Beobachter und verhält sich eher passiv. Kurz nach dem Beobachteten spielt Felix das Gesehene oder Gehörte nach. Das ist z. Bsp. bei kleinen Geschichten, neuen Spielen oder bei neuen Menschen so.

Mit einem Kindergartenbuch, in dem der Kindergartenalltag ganz nett beschrieben wird, konnte Felix seine eigene Situation toll verarbeiten. Da ist ein kleiner Junge, dessen Gesichtsausdruck mit einer Drehscheibe verändert werden kann. Je nach dem lacht oder weint er, ist wütend oder erstaunt. Beim weinenden Gesicht habe ich ihm erzählt, dass der Bub traurig ist, weil seine Mama nicht da ist. Dass ihn seine Mutter aber bald wieder abholt, er im Kindergarten in der Zwischenzeit spielen kann und viel Spaß hat und er deshalb auch gleich wieder lachen könne. Ganz mitfühlend und aufmerksam hat sich Felix die Geschichte angehört. Ein paar Minuten nach dem Buch anschauen hat er sich noch einmal alleine mit dem Buch hingesetzt und die ganze Geschichte theatralisch und genau nacherzählt.

Sein eigener Wille ist sehr ausgeprägt, er prüft ständig, ob er ihn durchsetzen kann. Neu dazu gekommen sind "Trotzhandlungen", die seiner Enttäuschung Luft machen. Diese sind genau auf die Person abgestimmt ist, die nicht mit seinem Plan kooperieren möchte. Bekommt er z. Bsp. vom Papa ein "Nein" oder nicht die gewünschte Aufmerksamkeit, nimmt er all die Dinge in Angriff, von denen er genau weiss, dass sie den Papa besonders ärgen (wie etwa den Reset Knopf des Computers drücken, an bestimmten Kabeln ziehen, usw.).

Beim Essen und Trinken will er nach wie vor vorwiegend "bedient" werden und bloss nichts selber machen. Daran werden wir ab Jänner gemeinsam mit der Sonderpädagogin parallel im KiGa und zu Hause arbeiten.

Seit Sommer haben wir ja keine Therapien laufen. Hier werden wir, nach der Eingewöhnungsphase im Kindergarten, langsam wieder beginnen. Logopädie und Ergotherapie etwa und vielleicht wieder etwas mit Musik.

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