...brauchen Zeit.
Die lange Kindergartenpause im Sommer hat Felix sehr gut getan, er beißt seither definitiv nicht mehr an seinen Fingernägeln. Das Ende der Pause bedeutete aber auch einen richtigen Neuanfang mit (zu) vielen Änderungen.
Die Betreuerinnen haben eigeninitiativ (also nicht wirklich mit uns abgesprochen) in zu viel Gewohntes von Felix gleichzeitig eingegriffen. Das hat ihn merklich aus der Bahn geworfen und jetzt arbeiten wir daran, sein Vertrauen wieder aufzubauen.
Begonnen hat es mit seinem Trinkhalmbecher ("den braucht er jetzt nicht mehr, er ist schon groß(?!)Felix trinkt jetzt aus dem Glas oder mit Strohalm aus dem Glas"). Mit dem Effekt, dass er 2 Wochen lang keinen Schluck mehr im Kindergarten getrunken hat.
Im Auto auf der Heimfahrt war er dann schon so durstig, dass er mindestens die 300ml Wasser des Trinkhalmbechers sofort ausgetrunken hat. Den hat er jetzt wieder im Kindergarten und das Trinken funktioniert bestens.
Dann erfolgte eine gemeinsam vereinbarte behutsame Essensumstellung von dem zu Hause von mir gekochtem und pürriertem Essen hin zum Kindergartenessen, ebenfalls pürriert. Das hat teilweise funktioniert (in 3 von 5 Fällen).
Seit Oktober besucht Felix einmal pro Woche die Physiotherapiegruppe im Kindergarten. Die Kinder werden aus verschiedenen Gruppen zusammen gefasst.
Soweit so gut. Diese Änderungen sind alle mehr oder weniger problemlos von Felix akzeptiert worden.
Und weil das alles so gut geklappt hat und Felix immer schon sehr müde war beim Abholen, kam die Idee vom Kindergarten, doch mal auszuprobieren, ob er dort schlafen möchte.
Zu meinem grössten Erstaunen ging das richtig gut, Felix stimmte sofort zu und freute sich auf den Mittagsschlaf. Die Betreuerin legte sich kurz zu ihm sang ihm ein bisschen was vor (was ich zu Hause auch immer mache) und Felix schlief innerhalb von 5 Minuten friedlich ein.
Das klappte eine Woche perfekt und dann nahm man es plötzlich mit dem Einschlafritual nicht mehr so genau, die Personen wechselten und es muss auch einen für Felix einschneidenden Vorfall gegeben haben...denn von einem Moment auf den anderen holte ich ein schluchzendes verzweifeltes Häufchen Elend ab. Felix wollte nicht mehr in den Kindergarten, dort nichts mehr essen (danach kommt ja das Schlafen) und war weinerlich im Kindergarten.
Schon beim Hinfahren musste ich ihm versichern, dass er nicht essen und nicht schlafen muss und ich ihn sicher wieder abhole. Er ass auch nur, wenn ihm versichert wurde, dass er danach nicht schlafen muss und die Mama kommt. Zu Hause betete er sich herzzerreissend selber immer wieder vor:"nicht weinen, die Mama kommt immer immer ganz sicher".
Nun sind all diese einschneidenden Änderungen bis auf Weiteres gestoppt und es geht ihm wieder gut.
Diese Geschichte zeigt ganz deutlich, dass Felix nur dann sehr unkopmpliziert ist, wenn man sich wirklich auf ihn einlässt und er in seinem Tempo Änderungen und Fortschritte bestimmen darf. Er ist weitaus sensibler als es manchmal den Anschein hat. Wir waren uns dessen bewusst. Jetzt weiß man es im Kindergarten auch.
5 Kommentare:
Herzerweichend das zu lesen......, ich habe mir Felix gerade vorgestellt wie er sich immer wieder vorsagt dass Mama immer wieder kommt....
:-))) Wie süß......... Da kommen einem die Tränen, vor allem wenn die Damen im KiGa so lange brauchen um das alles zu verstehen.....
Alles Liebe, Martina
Liebe Maria
danke für deine sehr ergreifenden Zeilen.Bin aber doch beruhigt dass er sich wieder wohlfühlt da im Kindergarten.Das gemeinsame Essen und Schlafen bringt auch für ihn sehr viel weil er so wie die anderen dableiben darf. Ganz liebe Susibellagrüße.
Das macht mich jetzt ganz traurig. Es ist ja schön, dass es wieder anders wurde, aber es zeigt halt auch wie sehr die Beständigkeit und das Vertrauen noch wichtiger ist für so kleine besondere Menschen.
Mein Vertrauen in Betreuer ist arg verschreckt momentan. Nicht nur die Gehirnerschütterung, die uns nicht gesagt wurde....vor zwei Wochen ist er beim Ausflug mit dem ganzen Gwand und Rucksack in einen See gefallen. Bei 10 Grad. Auch da stand nur "hielt sich nicht an die Reglen" im Mitteilungsheft. Er hat aber eine Einzelbetreuerin, und trotzdem ständig sowas.
Ich wünsch Eurem Schatz, dass es bei ihm ganz, ganz anders laufen soll.
Viele Grüsse
Elisabeth
Ach Gott, da hat man es zu gut mit ihm gemeint und nicht beachtet, dass die kleinste Veränderung für ein Kind, egal ob mit oder ohne Extra, immer etwas auslöst. Dies kann sich als Belastung für das Kind zeigen oder aber auch in die positive Richtung gehen. Veränderungen sind auch mit sehr viel Vertrauen gekoppelt, das von niemanden überstrapaziert werden darf.
Wichtig ist es, dass nun wieder alles bei alten ist und es Felix wieder gut geht. Da kann euer kleiner Mann echt stolz sein auf so einfühlsame Eltern.
Liebe Grüße
Bettina
Es ist wundervoll zu lesen wie achtsam und sensibel ihr für und mit Felix lebt. Deshalb strahlt er und ihr alle auch sooo sichtbar :-)))
Noch heute erinnere ich mich mit Grauen, wenn ich im Kindergarten Essen und - um Gottes Willen auch schlafen - musste. Und das ist ja jetzt wahrlich schon eine Ewigkeit her ... Meine heute über 80jährige Mutter versichert mir, dass ich höchstens 4-5x im KIGA schlafen musste - in meiner Erinnerung kann ich mir das so nicht vorstellen ...
alles, alles Liebe für euch ALLE G.
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